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EU-Förderung im Umweltbereich: Experten gaben Tipps und Hinweise im Rahmen einer Infoveranstaltung

Auf Einladung der Technischen Hochschule Lübeck, der Universität zu Lübeck und des Enterprise Europe Network Hamburg / Schleswig-Holstein informierten sich am 15. November auf dem Hochschulcampus Lübeck rund zwanzig Vertreter/-innen aus Wirtschaft und Wissenschaft zu aktuellen Fördermöglichkeiten der EU für Umweltprojekte. Ziel der Veranstaltung war der Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Die Gesellschaftliche Herausforderung "Klima, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe" (Societal Challenge 5) im EU-Forschungsrahmenprogramm HORIZON 2020 warte im nächsten Jahr verstärkt mit Ausschreibungen auf, die sich auf die Kreislaufwirtschaft, das Pariser Klimaabkommen („COP21“) und die politischen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“) beziehen. Insgesamt tauche der Begriff „nature-based solutions“ seit 2016 immer häufiger in den verschiedenen Aufrufen zur Einreichung von Projektanträgen auf und finde sich auch an vielen Stellen im Arbeitsprogramm 2019-2020, wie Dr. Shilpi Saxena von der Nationalen Kontaktstelle Umwelt in einem Vortrag erläuterte.

Nach der Vorstellung der einzelnen geplanten Aufrufe betonte Frau Saxena, dass Antragsteller unbedingt alle Aspekte eines Ausschreibungstexts bearbeiten müssten. Es reiche nicht, sich nur die „Rosinen herauszupicken“. Außerdem sollten Antragsteller unbedingt beachten, wie viel Zeit die Kommission bis zur Unterzeichnung des Zuwendungsbescheids jeweils vorsieht, und dementsprechend den Projektstart nicht zu früh ansetzen.

Dr. Thorsten Knutz, Geschäftsführer des Kieler Mittelstandunternehmens GO Systemelektronik GmbH und Projektpartner im EU-Projekt INTCATCH, und Prof. Dr. Christoph Külls, Hydrologe der TH Lübeck mit langjähriger Erfahrung im Beantragen und Durchführen verschiedener EU-Forschungsprojekte, ermutigten die Teilnehmer/-innen, sich an EU-Projekten zu beteiligen. Der Zeitaufwand lohne sich in jedem Fall, da man durch die Zusammenarbeit sein Netzwerk bedeutend erweitere und in der Folge für weitere Projekte angefragt werde. „Meine EU-Projekte haben sehr viel langfristig bewirkt; nicht immer genau das Beabsichtigte, aber immer deutlich mehr als beabsichtigt“, erklärte Herr Külls.

Der Erfolg eines EU-Projekts hänge stark vom Koordinator ab, so dass man diese essentielle Aufgabe unbedingt einem besonders erfahrenen Akteur überlassen sollte. Die effektive Koordination eines großen internationalen Projektkonsortiums basiere auf einer partnerschaftlichen Beziehung und entsprechender Fachexpertise. Eine externe Managementagentur könne dies nicht leisten, wie man habe erkennen müssen. Außerdem sei unbedingt sehr viel Vorlaufzeit für das Schreiben des Antrags einzuplanen. Wenn man dies berücksichtige, habe man gute Erfolgschancen, auch in umkämpften EU-Ausschreibungen.

Katrin Owesen, Förderberaterin im Enterprise Europe Network bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein, bestätigte diese Empfehlungen und unterstrich die Wichtigkeit persönlicher Beratung. Förderberatung habe auch die Aufgabe, geeignete Alternativen aufzuzeigen, wo zum Beispiel HORIZON 2020 nicht passe. Vor diesem Hintergrund stellte Frau Owesen abschließend das EU-Umweltprogramm LIFE kurz vor, welches eine solche Alternative bieten könne.

Die lebhafte Diskussion sowie die persönlichen Gespräche im Anschluss ließen annehmen, dass das ein oder andere künftige EU-Projekt möglicherweise durchaus mit schleswig-holsteinischen Partnern antreten wird.

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