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Im Interview: Heinz Schelwat von Sea & Sun Technology GmbH zur Forschungs- und Entwicklungsarbeit insbesondere im Bereich Ozeanografie und Aquakultur

|   Hamburg / Schleswig-Holstein Lokalnachrichten

Sea & Sun Technology ist ein Unternehmen aus Trappenkamp, das unter anderem in den Bereichen Ozeanografie und Aquakultur tätig ist. Heinz Schelwat hat das Unternehmen 1998 gegründet und setzt heutzutage die Hälfte seiner 40 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung von Produkten ein, darunter in von der EU geförderten Projekten. Im Folgenden berichtet er über das Unternehmen und erläutert, welche Rolle die Entwicklungsarbeit bei Sea & Sun Technology spielt.

 

Was für ein Unternehmen ist Sea & Sun Technology?

Sea & Sun Technology GmbH ist ein in Trappenkamp in Schleswig-Holstein beheimateter Unterwassermessgerätehersteller. Wir bauen Geräte, die bis zu 40 verschiedene Parameter, wie Temperatur, Druck und Sauerstoff, in bis zu 11,000 Metern Wassertiefe messen können - und zwar auf ein Tausendstel Grad genau. Typische Kunden unseres Unternehmens sind Universitäten, Institute und die Marine. Unsere Geräte werden zum Beispiel hier vor Ort in der Kieler Förde benutzt, aber wir haben Wiederverkäufer auf der ganzen Welt und mittlerweile auch drei Labore in China, damit wir die Geräte näher am dortigen Markt herstellen können.

Sea & Sun Technology hat derzeit 40 Mitarbeiter, davon sind die Hälfte Entwickler. Momentan ist das Unternehmen zum Beispiel in einem Forschungsprojekt in Indonesien im Bereich Aquakultursysteme eingebunden und plant weitere Projekte in Tansania und auf den Seychellen.

Darüber hinaus betreibe ich ein weiteres Unternehmen, das Sea & Sun Organic heißt und Mikroalgen sowie das Nahrungsergänzungsmittel Betakarotin in einem vielstufigen Prozess produziert. Auch hier arbeiten wir an Sensorik, Steuerung und Integration von künstlicher Intelligenz sowie der Anwendung für gesundheitliche Zwecke mithilfe der Fördermittel.

 

Welche Erfahrungen aus der internationalen Forschungs- und Entwicklungsarbeit möchten Sie mit anderen Unternehmen teilen?

Meerestechnik ist ein Bereich, in dem die Forschung deutlich nach vorne getrieben werden muss. Das wurde auch von der UN gefordert, die die Dekade der Ozeane ausgerufen hat. Obwohl die Entwicklungsarbeit in unserem Bereich sehr teuer ist, gibt es weltweit einen großen Bedarf zum Beispiel an neuer Sensorik und deswegen entwickeln wir auch so viel. Es ermöglicht uns auch, unseren Betrieb auszubauen.

Da die Welt der Förderanträge eine eigene Welt mit einer eigenen Sprache ist, gibt es bei uns im Unternehmen eine eigene Stelle, die die Forschungsmittel abwickelt. Diejenigen, die die Mittel bewilligen, würden meistens nicht verstehen, was ich meine, deswegen habe ich eine „Übersetzerin“.

Was die deutschen Fördermöglichkeiten angeht, haben wir schon mit den Fördermitteln des Bundesfinanzministeriums, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Auswärtigen Amts und des AiF gearbeitet. Bei EU-Projekten ist der Aufwand einen Antrag zu stellen noch mal eine Stufe höher als bei den Bundesprojekten. Man muss genau den Kern des „Calls“ treffen und alle Rahmenbedingungen, wie innovativen Charakter und europäischen Mehrwert, erfüllen. Dazu kann es lange dauern, bis man eine Bewilligung erhält. Dagegen bringt es besonders jetzt in der Corona-Zeit ein bisschen Stabilität, dass die Mittel für die Projektarbeit oft für drei Jahre gesichert sind - Corona oder nicht. Daher haben wir den Forschungsbereich noch weiter gestärkt, um hier eine Abfederung zu haben. Darüber hinaus bin ich selber auch Gutachter für Blaue Biotechnologie und Blaue Investments der Europäischen Union.

 

Welche Tipps geben Sie anderen Unternehmen, die sich noch für ein EU-Projekt bewerben wollen oder auch schon mittendrin sind?

Zuerst muss man eine konkrete Idee haben, was man entwickeln will, und danach ermitteln, wie viele Partner man braucht. Anschließend muss man sich einfach bewegen und vernetzen und mit den verschiedenen Akteuren und Clustern treffen, denen man seine Idee präsentieren kann.

Bei uns läuft es oft so, dass die Universitäten oder Forschungsinstitute auf uns zu kommen. Oft müssen sie sogar laut der Förderbedingungen mit einem KMU zusammenarbeiten, das nachher die entwickelte Technologie verwenden kann. Wir zum Beispiel haben viel mehr Anfragen an Projekten, als wir selber abarbeiten können.

Wenn man schon mittendrin ist, ist es wichtig, ein verlässlicher Partner zu sein, um später erneut gefragt zu werden. Oft kommt es auf die Chemie an – auch diese muss stimmen.

 

Vielen Dank für Ihre Zeit und dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben, Herr Schelwat.

Heinz Schelwat