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Im Interview: Thomas Stock, Geschäftsführer der Pano Verschluss GmbH, zur Bedeutung von Innovation in einem mittelständischen Unternehmen

|   Hamburg / Schleswig-Holstein Lokalnachrichten

Die Pano Verschluss GmbH wurde 1920 gegründet und ist heute der führende Produzent von PVC-freien Metallverschlüssen für Glaskonserven. Mit Unterstützung der WTSH und IB.SH hat das Itzehoer Unternehmen den für kleine und mittlere Unternehmen kostenfreien Innovationsmanagement-Check des Enterprise Europe Network durchgeführt.

 

Welchen Stellenwert nimmt das Thema Innovation in Ihrem Unternehmen ein?

Wir sehen die Auswirkung von gelungenen Innovationen bei Pano sehr deutlich. Das ist nicht nur ein Spruch, sondern wir haben hautnah erlebt, wie wichtig Innovationen für unser Unternehmen in der Vergangenheit waren und welchen Einfluss eine bahnbrechende Innovation heute für uns bei Pano hat.

Bestes Beispiel ist unser PVC-freier Metallverschluss Blueseal®. Wulf Eberhardt (Inhaber von Pano) hat den PVC-freien Verschluss entwickelt, die Markteinführung verlief sehr erfolgreich und heute werden bei Pano ausschließlich PVC-freie Metallverschlüsse produziert. Die Innovation war deshalb erfolgreich, weil der Kundennutzen klar zu erkennen ist: Der Verschluss ist ohne schädliche Weichmacher und energieeffizient hergestellt. Also, Innovation muss aus unserer Überzeugung einen Kundennutzen generieren und deshalb ist Innovationsrealisierung wichtig.

Im Zusammenhang mit Innovation ist es für mich auch immer wieder spannend zu beobachten, dass die Realisierung von Innovationen nichts mit dem Alter des Unternehmens oder von Personen zu tun hat. Es ist der Mix aus Neugierde, erster Einschätzung der Machbarkeit von Ideen, Überzeugung an der Idee und natürlich und vor allem Spaß an dem, was man tut, der eine Innovationskultur entstehen lässt.

 

Wie sind Sie auf den Innovationsmanagement-Check aufmerksam geworden?

Ich persönlich bin seit knapp drei Jahren bei Pano als Geschäftsführer tätig. In der Vergangenheit wurden bereits verschiedene Projekte mit WTSH und IB.SH realisiert. Auf den Innovationsmanagement-Check bin ich bei einem persönlichen Beratungsgespräch zu Fördermöglichkeiten mit Cornelia Pankratz von der IB.SH aufmerksam gemacht worden. Mich hat besonders interessiert, die Ergebnisse unserer Innovationsaktivitäten zu messen und somit Fremdbild- und Eigenbild zu spiegeln. Der Innovationsmanagement-Check ist sehr strukturiert, was mir gut gefallen hat.

 

Inwiefern hat der Innovationsmanagement-Check Ihnen dabei geholfen, das eigene Innovationspotenzial (besser) einzuschätzen?

Wichtig war, dass die Menschen, mit denen wir angefangen haben die Bestandsaufnahme durchzuführen, den Prozess weiter begleitet haben. Mir war es auch wichtig, mit dem Bericht eine Grundlage zu haben, um zielorientiert an den Dingen zu arbeiten. Im Rahmen von Corona hat nicht alles zeitlich gepasst, aber die Ergebnisse fließen in unsere Projektcharta mit ein. Innovation als Thema wird somit immer direkt mitbetrachtet. Wir haben teilweise erkannt, dass wir gegebenenfalls zu weit springen, d.h. zu schnell zu viel wollen – gute Ideen werden daher zum Teil auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Da es bei Innovationen nicht nur um Produkte geht, sondern auch um Prozesse und Digitalisierung, arbeiten wir derzeit mit einem zertifizierten Digitalisierungsberater zusammen, um z.B. Digitalisierungsthemen weiterzutreiben. Im Zentrum unserer Frage steht dabei, was wir tun können, um uns innerhalb und außerhalb von Pano so zu vernetzen, dass weitere Kundennutzen entstehen und wir bestenfalls eine Innovation in diesem Bereich umsetzen. Sehr guter Input kam dabei bereits aus der Fragerunde im Rahmen des ersten Termins im Innovationsmanagement-Check mit Frau Pankratz und Jan Cornils von der WTSH.

 

Welche Handlungsfelder haben Sie aufgrund des Innovationsmanagement-Checks für sich identifiziert?

Eine der Voraussetzungen für Innovation sind die von Pano „infizierten“ Menschen, die Ideen haben und voll bei der Sache sind. An Ideen mangelt es nicht, aber die Umsetzung in Tat und Wahrheit ist hin und wieder schon anspruchsvoll. Wir haben uns daher personell verstärkt und einen Mitarbeiter eingestellt für Projekte, Prozessverbesserung und Innovation. Das war ein wichtiges Handlungsfeld.

Im Innovationsmanagement-Check werden viele Themenbereiche und potentielle Handlungsfelder rund um die gesamte Unternehmung analysiert. Daher sollte man sich Zeit nehmen und auch haben. Zum Beispiel ist ein Themenbereich des Checks die Strategie bzw. Strategieentwicklung. Uns bei Pano ist es wichtig, dass nicht nur die Geschäftsführung die Strategieentwicklungen betreibt, sondern die Betroffenen selbst dabei sind und Einfluss nehmen. Als Erkenntnis habe ich die Bestätigung bekommen, dass wir zum einen schon gut unterwegs sind, zum anderen es aber nicht an Bedeutung verloren hat, die Ergebnisse zu kommunizieren und zu diskutieren.

Bei den Themen „Wiedererkennungswert“ und „Kooperationsfähigkeit“ sind wir einige Schritte gegangen. Das Thema „Internationale Beziehungen“ war nicht so wichtig für uns. Die Einrichtung bereichsübergreifender „Innovationsteams“ war aufgrund der Coronapandemie schwierig umzusetzen, da Treffen nur eingeschränkt möglich waren. Bei allem Tun wollen wir weiter die Kundenorientierung und Kundennähe verbessern.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Innovationsmanagement-Check eine „coole“ Sache ist und es sich gelohnt hat, sich mit IB.SH und WTSH dazu intensiv auszutauschen.

 

Herr Stock, wir danken Ihnen für das Gespräch!

 

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