DEUTSCHLAND | Hamburg/ Schleswig-Holstein

 

„Exploring e-Estonia“: Enterprise Europe Network reist mit Startups nach Estland

Das Enterprise Europe Network Hamburg / Schleswig-Holstein besuchte mit Startups und Gründungsunterstützern aus unserer Region Estland, Europas Aushängeschild für Digitalisierung.

Was die Digitalklausur der Bundesregierung 2018 an Plänen für Deutschland besprochen hat, ist in Estland schon lange umgesetzt: Estland ist Europas Aushängeschild für Digitalisierung. Mit einer stetig wachsenden Startup-Szene im Informations- und Kommunikationstechnologiebereich konnte sich das kleine Land nicht nur dank Skype inzwischen einen internationalen Ruf erwerben. Für viele Investoren ist Estland ein ernstzunehmender Startup-Hub. Gemeinsam mit Startups aus Hamburg und Schleswig-Holstein wollten wir uns anschauen, wie e-Estonia funktioniert. Vom 22.-25. Januar erkundeten wir im Rahmen einer Unternehmerreise die Möglichkeiten der Digitalisierung in Estland.

Was macht Estland als Startup-Standort so besonders?

Ein großer Teil der estnischen Wirtschaft ist jung, hochschulnah und hinsichtlich digitalem Knowhow absolut erstklassig. Es gibt viele interessante technologie- und wissensbasierte Gründungen. Wir haben vorab viel Gutes über den sTARTUp-Day in Tartu gehört und wollten uns nun selber ein Bild von der Veranstaltung machen. Der sTARTUp-Day war erstklassig organisiert und gleichermaßen von Startups und Investoren aus Estland und anderen europäischen Ländern gut besucht. Die Tage in Tartu haben wir abgerundet mit einem Programm in Tallinn, wo wir den e-Estonia-Showroom und den Technologiepark Tehnopol besucht haben sowie als Gruppe und individuell mit diversen Unternehmen gesprochen haben.

Wie funktioniert Digitalisierung in Estland?

Estland ist klein, aber agil und in digitalen Themen überwiegend viel weiter als Deutschland. In Estland können die Bürgerinnen und Bürger beinahe alle Verwaltungsangelegenheiten digital erledigen: Ein Unternehmen im Handelsregister eintragen, ein Auto anmelden, den Personalausweis verlängern, einen Führerschein gestohlen melden und gleichzeitig neu beantragen – online, ortsunabhängig und ohne Wartezeiten. Jeder Este kann zudem in seiner elektronischen Patientenakte Untersuchungsergebnisse einsehen und braucht Rezepte nicht in der Arztpraxis abholen, sondern bekommt sie vom Arzt online eingestellt. All dies funktioniert über die sogenannte e-Identity-Card, mit der die Bewohnerinnen und Bewohner von Tallinn übrigens zugleich kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt nutzen können.

Wie konnten deutsche und estnische Unternehmen von der Reise profitieren?

Für die deutschen IT-Unternehmen war es interessant zu verstehen, wie e-Estonia funktioniert: Wo werden Daten gespeichert, wie ist der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Institutionen geregelt und wie ist der Zugang zu sensiblen Daten gesichert? All das kann man am besten vor Ort erfahren, im direkten Gespräch mit den estnischen Architekten dieser Strukturen und mit den Menschen, die sie täglich nutzen. Neben der Neugier auf e-Estonia sind Kooperationen mit estnischen IT-Unternehmen auch anderweitig interessant. In Deutschland ist es schwierig, im IT-Bereich qualifiziertes Personal zu finden – insbesondere für Startups. Estland hat als kleines Land ähnliche Probleme, verfügt aber über eine vergleichsweise hohe Anzahl von IT-Unternehmen mit sehr gut ausgebildetem und erfahrenem Personal. Eine projektbasierte Zusammenarbeit mit estnischen Unternehmen kann da helfen, Engpässe zu überwinden um gemeinsam größere Vorhaben zu realisieren. Auf dem sTARTUp-Day waren zudem auch viele Investoren vor Ort. Unsere Startups konnten sich beim NordicPitchMatch präsentieren und B2B-Gespräche, u.a. mit Investoren buchen, so dass die Reise auch in dieser Hinsicht gute Möglichkeiten geboten hat. 

„Der sTARTUp-Day ist eine wunderbare überschaubare Konferenz mit einer hohen Dichte an interessierten Investoren. Anders als bei großen Veranstaltungen bekommt man hier sofort Termine und Feedback von jedem angefragten Kontakt“, so Eugen L. Gross, aiconix GmbH, hier mit Moritz Stumpf und Sebastian Thelen vom Hamburger Startup Blockchain Solutions auf dem Podium beim NordicPitchMatch (von links, Foto: EEN HHSH).

Datum

Kategorie

Hamburg / Schleswig-Holstein Lokalnachrichten

Soziale Medien