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Nachhaltiger Mittelstand – Chancen und Herausforderungen

Unsere Eindrücke und Erkenntnisse vom „Praxistag“ im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume am 06. Februar in Flintbek.

Ein kleiner Handwerksbetrieb kann nicht oder nur sehr schwer überprüfen, unter welchen Bedingungen z.B. die von ihm eingesetzten LED-Leuchtmittel produziert wurden. Aber dafür mietet er vielleicht Geräte, die nur selten benutzt werden, statt diese neu zu kaufen. Oder er setzt sich besonders für die Ausbildung von benachteiligten Jugendlichen ein.

Fakt ist: Nachhaltigkeit betrifft viele Bereiche. Und Nachhaltigkeit betrifft uns alle. Mit dem Inkrafttreten der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele („Sustainable Development Goals“) im Jahr 2016 haben die Vereinten Nationen zudem einen globalen Paradigmenwechsel eingeleitet: Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ist seitdem keine rein politische Aufgabe mehr, sondern muss auch erklärtes Ziel von Unternehmen sein - unabhängig von ihrer Größe. Damit wächst auch der Druck auf mittelständische Betriebe, nachhaltig zu handeln und dies publik zu machen.

Obwohl viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein bereits auf unterschiedliche Weise nachhaltig handeln, sprechen sie kaum darüber. Auch wird das Thema Nachhaltigkeit selten strategisch angegangen. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass Standards und Labels, wie der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, noch kaum beantragt werden. Eine nachhaltige Ausrichtung kann jedoch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bedeuten, auch bei der Mitarbeiterrekrutierung.

Unternehmen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung leisten wollen, sollten sich vor allem fragen: Wo erzeugt mein Unternehmen Wirkung? Wo ist es nachhaltiger als andere? Auf diese Weise kann ein individueller Ansatz gefunden werden und der Grundstein für erste kleinere Projekte gelegt werden. Eine klare und ehrliche Kommunikation darüber, wo man nachhaltig handelt und wo dies aus welchen Gründen aktuell noch nicht gelingt, schafft Glaubwürdigkeit und entzieht Gegnern ihre Argumente.

Auch auf internationaler Ebene bieten sich vielfältige Chancen für nachhaltige KMU. Insbesondere innovative „grüne Technologien“ werden hier stark nachgefragt. Möchten Sie sich diesbezüglich international vernetzen oder suchen Sie nach Förderung für nachhaltige Projekte? Dann nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.

 

Nützliche Links:

Energetische Optimierung in KMU: Das Förderprogramm ermöglicht u.a. eine kostenfreie Initialberatung, um Handlungsmöglichkeiten zur energetischen Optimierung Ihres Unternehmens zu identifizieren.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): 20 Kriterien, zu denen Unternehmen sich Gedanken machen sollten in punkto Nachhaltigkeit. Wer eine überzeugende Erklärung zu allen Kriterien abgibt, darf das entsprechende Anwenderlogo führen.

Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ): Die Gemeinwohl-Matrix bietet eine Art Kompass für gemeinwohl-förderndes Wirtschaften. Bewertungen können auch in Peer Groups mit branchenfremden Unternehmen durchgeführt werden.

Die Sustainable Development Goals für und durch KMU: Ein Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen, herausgegeben im Auftrag von RENN – Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien.

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